Den Abschluss der ersten OL-Halbsaison bildeten die Deutschen Meisterschaften im Staffel-OL und die Deutschen Bestenkämpfe im Mannschafts-OL, die im Erzgebirge nahe der tschechischen Grenze ausgetragen wurden. Auch wenn die Beteiligung mit rund 150 Teams in immer mehr Kategorien als durchaus enttäuschend zu bezeichnen ist, für den MTV Seesen verliefen die Wettkämpfe sehr erfreulich: Sowohl die Damen- als auch die Herrenstaffel gewannen Silber, die Herren-Mannschaft stand tags darauf sogar ganz oben auf dem Treppchen, das erste Damenteam wurde Dritte, das zweite Damenteam Fünfte.
Der Wald um den Rabenberg war überwiegend nur mäßig steil und präsentierte sich in weiten Teilen als gut belaufbarer, offener Fichtenwald, so wie man den Harz aus der Vor-Borkenkäfer-Zeit kannte. Nur teilweise beeinträchtigten herumliegendes Totholz oder Unterbewuchs das Laufen und irritierten die sehr detailliert gezeichneten Grünstufen, erfreulicherweise gab es aber mal fast keine Brombeerranken und Brennnesseln. Das Wetter war an beiden Tagen schwül und sehr warm, durchsetzt mit einigen kurzen Schauern. Insofern war nach den Läufen die Abkühlung in einem nahegelegenen See äußerst willkommen.
Die Staffelentscheidungen bei Damen und Herren brachten aus Seesener Sicht eine Duplizität des Verlaufes. Die beiden Startläufer Katharina Linke und Till Buchberger blieben nicht ganz fehlerfrei, liefen aber so gut, dass sie jeweils an vierter Stelle liegend übergeben konnten und damit den Wunsch nach einer Medaille aufrecht erhielten. An zweiter Position liefen die beiden vermeintlich schwächsten Teammitglieder Hanna Czerlinski und Theo Hennseler, die aber beide hervorragend ihren Part erfüllten, jeweils einen Platz gut machten und sogar lange Zeit Kontakt zu den Zweitplatzierten halten konnten. So war es für die beiden Schlussläufer Birte Friedrichs und Ole Hennseler ein Leichtes, nicht nur selbst auf den Silberrang vorzulaufen, sondern jeweils mit der besten Laufzeit sogar den klar führenden Staffeln des USV TU Dresden noch deutlich näher zu kommen.
Unglücklich verlief das Auftreten der zweiten MTV-Damenstaffel, denn Startläuferin Lena-Maria Klose übersah nach gutem Lauf bereits in Zielnähe den vorletzten Posten, sodass Rut Stark und Carolin Bernsdorf quasi umsonst liefen, da das Trio nicht in die Wertung kam. Die H-12-Staffel mit Vincent Kaiser und Jameson Sachs sowie der Bad Harzburger Leihgabe Jesper Bruns platzte kurzfristig aus gesundheitlichen Gründen. Zoe Schwertner lief in einer D-14-Staffel des SC Helsa mit, die aber wegen eines Fehlstempels ebenfalls außer Wertung blieb. Maik Schweizer ging als Startläufer der Herrenstaffel des TV Jahn Wolfsburg an den Start, die das Rennen als Elfte beendeten.
Die Deutschen Bestenkämpfe im Mannschafts-OL, bei denen es darum ging, neben den Pflichtposten eine hohe Anzahl an Zusatzposten möglichst geschickt auf die drei Teammitglieder aufzuteilen, fanden im gleichen, aber etwas erweiterten Gebiet statt. Hier hatten die Bahnleger den startenden Teams wahrlich knifflige Aufgaben gestellt und einige Teams fielen wegen fehlender Posten aus der Wertung, wie beispielsweise das Herrenteam des TV Jahn Wolfsburg mit Maik Schweizer.
Eine nahezu optimale Aufteilung der 58 Zusatzposten gelang den MTV-Herren und so setzten sich Till Buchberger, Theo und Ole Hennseler überraschend deutlich mit über acht Minuten Vorsprung durch und holten sich den Titel vor den Teams aus Dresden und Radebeul. Im ersten Damenteam hatte Aufteilerin Birte Friedrichs an diesem Tag nicht ganz so ein geschicktes Händchen und so musste sie sich zusammen mit Katharina Linke und Hanna Czerlinski nicht nur dem ersten Trio des USV TU Dresden, sondern ganz knapp um sieben Sekunden auch dem zweiten Trio geschlagen geben. Dank guter Aufteilung erlief sich das zweite Seesener Team mit Lena-Maria Klose, Carolin Bernsdorf und Rut Stark einen erfreulichen, tollen fünften Platz. Zoe Schwertner belegte mit ihrem Team des SC Helsa den sechsten Platz.