Für die neue Saison sind wieder fünf MTV-Athleten/-innen in die nationalen Bundeskader berufen worden. Als tragende Säulen des siebenköpfigen Trail-O-Bundeskaders gehören Bjarne Friedrichs und Nina Döllgast zum Aufgebot. Der Saisonhöhepunkt 2026 sind die Europameisterschaften Ende Juli/Anfang August, die im polnischen Stettin ausgetragen werden. Dabei wollen die beiden MTVer die durchwachsenen Ergebnisse der letztjährigen WM vergessen machen und an die großartigen Leistungen der Jahre zuvor anknüpfen.
Zum sogenannten Perspektivkader im Orientierungslaufen, den 2026 dreizehn Herren und zwölf Damen bilden, gehören weiterhin Ole Hennseler und Birte Friedrichs. Bei beiden Geschlechtern wurde eine Verjüngung vorgenommen, während die MTVerin Katharina Linke nach dreijähriger Zugehörigkeit auf eine neuerliche Bewerbung verzichtete. Ole Hennseler und Birte Friedrichs, die beide inzwischen voll im Berufsleben stehen und mit ihren Kräften und Urlaubstagen ein bisschen haushalten müssen, haben sich entschieden, in diesem Jahr auf die Sprintläufe und somit auch auf eine Teilnahme an der Sprint-WM in Genua zu verzichten und sich voll auf ihre Stärke, die Walddisziplinen, zu konzentrieren. Somit werden die Wald-Europameisterschaften in Litauen Ende September für sie der angestrebte Saisonhöhepunkt sein, wo sie an die tollen Ergebnisse von 2025 anknüpfen möchten. Abzuwarten bleibt, wie das neue Bundestrainerteam um den Tschechen Vojtech Kral neue Akzente setzen kann.
Till Buchberger ist aus dem Juniorenkader herausgewachsen und hat sich zunächst gegen eine Fortsetzung seiner Karriere im Nationalkader entschieden. Seine Schwester Lina, die in Wien studiert und auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, ist nach einjähriger Unterbrechung wieder in den 24köpfigen österreichischen Elitekader berufen worden. Mit zuletzt verbesserten Laufleistungen hofft sie auf den einen oder anderen internationalen Einsatz.
Erste internationale Standortbestimmung
Zur Vorbereitung auf die Saison entfloh der deutsche Nationalkader dem Schnee und der Kälte und traf sich zu einem Trainingslager in Zentralspanien. Bei Sonne und Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad machten die Läufe nicht nur wegen der angenehmen Witterungsbedingungen, sondern auch wegen der großartigen Gebirgslandschaft Kastiliens sichtlich Spaß. In felsigem Terrain mit teilweise diffiziler Höhenstruktur, viel dichtem und teilweise dornigem Buschwerk und einigen offenen Pinienwäldern lag der Fokus vor allem auf intensivem Techniktraining. Darüber hinaus war es eine gute Gelegenheit des gegenseitigen Kennenlernens zwischen verjüngtem Kader und den neuen Bundestrainerteam.
Den Abschluss des Trainingslagers bildete die Teilnahme an einem 4-Tage-OL im Süden Kastiliens in der Provinz Avila, ca. eineinhalb Stunden westlich von Madrid, zusammen mit etlichen Top-Athleten mehrerer Nationen. Dabei überzeugten Ole Hennseler und Birte Friedrichs überwiegend schon mit sehr ansprechenden Leistungen und guten Platzierungen. Lina Buchberger, die mit ihrem finnischen „Drittverein“ ebenfalls zu einem Trainingslager in der Region weilte und an den Wettkämpfen teilnahm, hinterließ vor allem auf der kraftraubenden Langdistanz ebenfalls einen hervorragenden Eindruck.


